Vermeide diesen Fehler, um nicht gefeuert zu werden

Vermeide diesen Fehler, um nicht gefeuert zu werden

Vermeide diesen Fehler
Ich habe gestern ein altes Video in meiner Instagram Story geteilt und dazu geschrieben, dass ich für die Frisur auf dem Video gefeuert wurde. Daraufhin haben mir einige geschrieben und mich gefragt, warum das passiert sei. Aus diesem Grund hab ich mir gedacht, ich schreibe einen Blogartikel für euch, in dem ich die ganze Geschichte erzähle.

Inhaltsverzeichnis

Ich muss zugeben, dass der Titel meines Blogbeitrags wie Clickbait wirkt. Tatsächlich ist mir aber genau das passiert. Ich wurde bei einem Make-up Artist Job gefeuert! Da ich aber immer predige, aus seinen Fehlern zu lernen, habe ich genau das getan. Warum das passiert ist und welchen Fehler DU vermeiden solltest, erfährst du in diesem Blogpost.

Ich habe eine der coolsten Jobanfragen bekommen

Fangen wir mal ganz vorne an: Ich habe Mitte 2018 eine Jobanfrage von einer Marketing Agentur bekommen, in der es um ein kreatives Kalendershooting ging. Das Thema des Kalenders waren Sternzeichen – 12 Monate abgelichtet mit jeweils einem Sternzeichen.

Es war eine der coolsten Jobanfragen und ich hab mich richtig darauf gefreut, so kreativ werden zu dürfen.

Soweit ich mich erinnere, waren für das Shooting insgesamt vier Tage eingeplant. Der Kunde hatte mir vorab die Skizzen der aufwendigsten Sternzeichen zugeschickt und mich gefragt, ob ich die Ideen umsetzen könnte.

Außerdem hatte er mir einen Preis für die Tagespauschale genannt.

Ich war mir sicher, ich könnte die Wünsche umsetzen

Die Sternzeichen sollten alle mit verschiedenen Models dargestellt werden, die thematisch geschminkt und gestylt wurden.

Die schwierigsten Motive waren Fische und Widder. Für die Widder Frisur wurde mir ein Foto geschickt, welches ich bereits aus dem Internet kannte und mal bei Pinterest gefunden habe.

Zu dem Zeitpunkt waren meine Hairstyling Skills zwar noch nicht so ausgereift wie jetzt, ich war aber zuversichtlich, dass ich die Frisur schon irgendwie hinkriegen würde.

Also habe ich dem Kunden versichert, dass ich die Ideen umsetzen könnte. Ich war sogar so selbstbewusst, dass ich ihm einen höheren Preis für meine Tagespauschale genannt habe, auf den er auch eingegangen ist.

Ich habe mich so gut es geht, auf das Shooting vorbereitet

Vor dem ersten Termin habe ich mich wie immer so gut es geht auf den Job vorbereitet, indem ich mir genau überlegt habe, wie ich die Motive umsetzen werde.

Das Briefing bestand aus den Skizzen zu den einzelnen Sternzeichen und zusätzlichen Fotos wie dem Ausschnitt eines blaugrünen Augen Make-ups mit Schuppenmuster auf der Wange.

Am ersten Shootingtag wollten wir uns auf die schwierigsten Motive Fische und Widder konzentrieren. Dabei hatte ich für die Frisur des Widders zwei Stunden eingeplant und dem Kunden kommuniziert.

Für die Widder Frisur hatte ich mir einen Draht besorgt, mit dem ich die vorher gekreppten und dann geflochtenen Haare formen wollte.

Das Fischschuppen Muster hatte ich zuhause mit einer groben Netzstrumpfhose und den passenden Lidschattenfarben geübt. Es hat alles so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich habe keine konkreten Anweisungen bekommen

Als ich im Fotostudio ankam, gab es eine kurze Begrüßung mit Fotograf, Assistent und dem Model und dann durfte ich schon loslegen.

Mir wurde gesagt, dass ich zuerst einen normalen Make-up Look schminken sollte, weil die Agentur zuerst Fotos als Option für das Cover des Kalenders schießen wollte.

Der Fotograf ließ mir freie Hand und gab mir keine genauen Anweisungen.

Also fing ich mit einem natürlichen Make-up und voluminösen Wellen in den Haaren an. Das Model trug einen Bikini dazu und sah super aus!

Es schien auch den anderen zu gefallen, da sie keine Änderungswünsche hatten und mit den ersten Aufnahmen begonnen.

Fotoshooting Kalender
Beim Fotografieren des ersten Looks

Der Moment der Wahrheit

Als nächstes war der Widder Look dran. Dafür teilte ich zuerst eine Partie an beiden Seiten über den Ohren ab und fing an diese zu kleinen Cornrows zu flechten.

Dann benutzte ich ein Kreppeisen mit groben Zacken für die restlichen Haare, um diese griffiger und formbarer zu machen. Aus diesem machte ich zwei Fischgrätenzöpfe, wobei der Draht dabei von Anfang an in der Mitte mit eingeflochten wurde und am Ende zum Eindrehen der Zöpfe diente.

Ich habe extra die alten Aufnahmen aus meiner Instagram Story für dich gesucht:

Ein paar Strähnen am Gesicht wurden noch gelockt und fertig war die Widder Frisur, auf die ich echt stolz war! Immerhin war es mein erster Versuch und ich fand, dass sie der Frisur auf der Skizze total ähnelte. Hier ist die Instagram Story, die ich damals aufgenommen habe:

Das Model war übrigens auch total begeistert! Hier sollte ich erwähnen, dass ihre Haare etwas länger waren als auf dem Inspirationsbild und nicht blond, sondern braun. (Das ist für später noch wichtig ;)).

Ich hatte die ganze Zeit ein gutes Gefühl

Beim Shooting hatte ich die ganze Zeit ein super gutes Gefühl, ich hab mich wohl gefühlt, hatte Spaß, war zufrieden mit meiner Arbeit und hab mich auch mit allen am Set super verstanden. Der Fotograf hat meine Arbeit sogar gelobt.

Am Schluss war das Fische Make-up an der Reihe. Die Lippen sollte ich dazu noch blau schminken und die Haare wurde einfach mit etwas Wasser nass gesprüht.

Mit den ersten Aufnahmen waren sie noch nicht ganz zufrieden, weshalb das Set ein bisschen umgebaut wurde und wir noch mehr Wasser benutzt haben, um auch den Körper etwas nass zu machen.

Dann sollte ich doch nochmal etwas am Make-up ändern und die Lippen etwas weniger blau schminken, was kein großer Aufwand war.

Fische Makeup
Die erste Version des Make-ups für das Sternzeichen "Fische"

Ich dachte, ich würde für meine Arbeit gelobt werden

Das letzte Motiv hat sich etwas in die Länge gezogen und wir (das Model und ich) haben nicht genau verstanden, was die Agentur störte bzw. welches Ergebnis sie haben wollten.

Die Anweisungen kamen aber auch von einer Person, die sich im selben Gebäude oben in den Büroräumen der Agentur befand. Eine Frau, die Feedback zu den Fotos gab, nachdem sie ihr per Mail geschickt wurden. Im Fotostudio ist sie allerdings nie aufgetaucht.

Am Ende des langen Shootingtags sagte der Fotograf zu mir, ob ich danach kurz da bleiben kann, weil er etwas mit mir besprechen wollte.

Zu dem Zeitpunkt hab ich mir nicht viele Gedanken darüber gemacht und glaubte tatsächlich, dass er mir Feedback zu meiner tollen Arbeit geben und mich loben wollte! So war zumindest meine Wahrnehmung des ganzen Shootings.

Ich habe zu keinem Zeitpunkt an mir gezweifelt

Nachdem wir uns vom Model verabschiedet hatten, gingen wir zusammen ins Büro zur besagten Frau, die denke ich mal die Zuständige für den Kunden war, der den Kalender bestellt hatte.

Sie wirkte schon ziemlich unruhig auf mich und bat mich, mit ihnen nach oben auf die Dachterrasse zu gehen. (Da hatte ich mir übrigens noch immer keine Gedanken gemacht, ob etwas nicht stimmte.)

Auf dem Dach setzten wir uns an einen Tisch und sie zündete sich eine Zigarette an. Dann fragte sie mich mit zitternden Händen, wie der Tag denn für mich war.

Ich fing an zu erzählen, dass ich es total cool fand, viel Spaß hatte und auch froh war, dass ich alles so umsetzen konnte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Haha! Im Nachhinein muss ich darüber echt schmunzeln.

Das kam unerwartet

Die Antwort auf meine Aussage machte mich richtig sprachlos!

Sie sagte, dass sie das ehrlich gesagt nicht so sehen würden und mit meiner Arbeit nicht zufrieden waren. Die besagte Widder Frisur ging laut ihr „gar nicht“ und sah aus wie die Frisur von Prinzessin Leia. (Ich habe Star Wars zwar nie gesehen – Schande über mein Haupt – aber ich weiß, wie die Frisur aussieht.)

Das Fische Motiv hätte ich auch nicht so umgesetzt, wie sie es sich vorgestellt hatten, sodass sie sich etwas einfallen mussten, um die Fotos retten zu können…

Sie sah mir dabei nicht in die Augen und ihre Stimme klang ganz dünn und aufgeregt.
Der Fotograf saß nur da und sagte nichts dazu.

Ich dachte echt, ich sei bei der versteckten Kamera gelandet :D.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet!

So habe ich darauf reagiert

Ich würde mich selbst als kritikfähigen Menschen bezeichnen. Deshalb habe ich versucht, die angesprochenen Punkte zu verstehen, habe mich aber auch verteidigt, wenn ich der Meinung war, dass die Schuld nicht allein bei mir lag.

Zunächst habe ich den Fotografen gefragt, warum er mir während des Shootings kein Feedback gegeben hat und mir das Gefühl gab, dass er zufrieden sei. Er meinte daraufhin nur, dass das eben so läuft und ich ja im Vorhinein extra das Briefing bekommen hatte.

Allerdings war das sogenannte Briefing ja anscheinend nicht vollständig, denn erst im Nachhinein wurde mir das ganze! Foto vom Fische Make-up gezeigt und nicht nur der Ausschnitt vom Auge, den ich bekommen hatte.

Naja, ich konnte es auf jeden Fall nicht wirklich nachvollziehen, aber mir blieb nichts anderes übrig, als zu sagen, dass es mir leid tat, dass sie unzufrieden waren und ich ihnen empfehlen würde, dass sie so etwas viel früher ansprechen.

Wäre ja kein Problem gewesen, beim Shooting etwas zu ändern. Ist allerdings schon ein Problem, wenn man das nicht weiß!

Das Ende der Geschichte

Ich habe dem Model direkt danach auch eine Nachricht geschickt und ihr erzählt, was passiert ist. Sie konnte das alles auch nicht nachvollziehen und meinte, dass sie das Styling super fand.

Außerdem glaubte sie, dass es nicht an mir lag, sie aber einen Sündenbock suchten, als sie merkten, dass das Konzept so nicht aufging.

Zum Beispiel sollte das Model auf einem riesigen Würfel posieren, was aber nicht so gut aussah, weil sie zu groß war und ihre Beine einfach zu lang waren, um auf dem Würfel Platz zu haben.

Shooting vom Widder Look
Das Shooting vom Widder Look

Dazu kam, dass ihre Haare für die Frisur nicht optimal waren, weil sie – wie gesagt – zu lang waren und dann stärker eingedreht werden mussten. Das in Kombination mit dem braunen Farbton sorgte wohl für den Prinzessin Leia Vergleich :D.

Ihre Aussage hatte mich schon etwas beruhigt und so konnte ich im Endeffekt die Situation nüchterner betrachten und etwas für mich aus dem ganzen Schlamassel mitnehmen.

Was ich daraus gelernt habe

Was ich aus diesem Erlebnis gelernt habe und auch dir mit als Tipp für zukünftige Jobs geben will: Kommunikation ist unerlässlich!

Dieser “Tipp” ist nicht Neues, weil er in allen Lebensbereichen wichtig ist. Es hat mir aber nochmal gezeigt, dass ich immer im Austausch mit meinen Kunden bleiben sollte und lieber einmal mehr nachfrage, als zu wenig.

Versuche die Wünsche deiner Kunden wirklich zu verstehen, damit du die Erwartungen erfüllen und deine Kunden zufrieden stellen kannst!

Wie du das machst, habe ich zufällig letzte Woche in meinem Blogpost “Kundenwünsche richtig verstehen” für dich zusammengefasst.

Im Übrigen hatte ich am Ende noch ein kurzes Gespräch mit dem Fotografen, der zugegeben hat, dass er währenddessen schon mit mir hätte reden können und dass das Model für dieses spezielle Motiv vielleicht nicht die perfekte Wahl war (wofür sie ja absolut nichts konnte!).

Eine Kollegin hat den Job bekommen

Ich habe mich ein paar Tage nach dem Job per Mail bei der Agentur entschuldigt und angeboten, dass ich nur die Fahrt- und Materialkosten abrechne, weil ich nicht für etwas bezahlt werden will, mit dem sie nicht zufrieden waren.

Sie haben mir daraufhin ein Gegenangebot gemacht und sind mir etwas entgegen gekommen. Für den Job wurde dann eine Kollegin von mir engagiert, mit der ich auch gut befreundet bin.

Ich habe sie danach gefragt, ob sie mir das Ergebnis der Frisur zeigen kann und sie hat mir tatsächlich einen Einblick in den fertigen Kalender gegeben. Ich muss sagen, dass sie es wirklich toll gemacht hat und die Frisur besser aussah als meine!

Warum ich dir diese Geschichte erzählt habe

Das war eins der wenigen negativen Erlebnisse, die ich im Laufe meiner Karriere hatte und ich muss sagen, dass ich dankbar dafür bin. Denn nur aus Fehlern lernt man!

Du musst diese Fehler aber nicht selber machen, sondern kannst auch aus den Fehlern anderen lernen. Ich habe neulich den Artikel “33 Entrepreneurs Share Their Biggest Lessons Learned from Failure”, in dem viele genau diesen Tipp geben:

“One thing you will notice about successful people, especially people with an entrepreneurial streak, is that they welcome detours and failures as a natural part of the journey they are on.”

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere!

Ich hoffe, du fandest meine Geschichte interessant und konntest etwas für dich mitnehmen.

Schreib mir doch mal in die Kommentare, wie du reagiert hättest oder ob du nachvollziehen kannst, dass ich gefeuert wurde. Würde mich interessieren, wie deine Wahrnehmung als Außenstehender dazu ist. 🙂

Alexandra

Alexandra

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2 Antworten

  1. WOW … mega Story und ich bin froh dass du diese mit uns teilst 🙂
    Also ich finde die Widder Frisur einfach nur meeeega, also echt toll … und ich weiß gar nicht wie ich reagiert hätte, aber wsl ziemlich so ähnlich wie du!
    Mich würde nun wirklich sehr die Fotos von deiner Kollegin interessieren 😉

    Alles Liebe weiterhin
    Steffi

    1. Liebe Steffi, vielen Dank für dein Kommentar! Schön zu sehen, dass ich nicht alleine mit meiner Einschätzung bin 😀
      Vielleicht kann ich ja mal nachfragen und das Foto in meiner Instagram Story zeigen… sah aber im Prinzip aus wie von dem Pinterest Foto. Ein Model mit blonden Haaren und genauso geflochten und aufgewickelt wie bei mir 🙂

      LG
      Alex

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